Verlage bekommen jede Menge Manuskripte zugeschickt, viele davon werden nie gelesen, manche werden genommen, etliche abgelehnt. Und exakt Letzteres wollte ich mir ersparen, denn wenngleich ich davon überzeugt bin, ein gar wunderfeines literarisches Werk geschaffen zu haben, manch Verlag sieht das vielleicht anders. Was zu Ablehnung führt. Worauf ich wieder keine Lust habe. Also veröffentliche eben selbst. 🙂

Und dazu stehen heutzutage verschiedene Wege zur Verfügung. Als erstes wären das die üblichen verdächtigen, also neobooks, Books on Demand oder ePubli(*). Bei diesen „Diensten“ kann man sein Buch verhältnismäßig preiswert veröffentlichen, bekommt eine ISBN dazu, mit der das Buch von jedem Buchhändler beschafft werden kann, die Dienste kümmern sich um Einträge in die Liste der lieferbaren Bücher und um Pflichtexemplare für die Nationalbibliothek. Darüber hinaus arbeiten diese Dienste mit allerlei Onlinehändlern zusammen, so dass ein Buch umfassend verfügbar gemacht wird. Das alles für vergleichsweise wenig Geld. Aber es hat einen entscheidenden Nachteil. Von den Verkaufserlösen wollen diese Dienste dann natürlich auch ihren Teil haben, was die Tantiemen für den Autor schmälert.

Aber will ich das? Ich sage es mal so, ich hoffe, wenigsten ein einziges Exemplar verkauft zu bekommen. Auf die Einnahmen bin ich nicht angewiesen, aber das eine verkaufte Exemplar wäre doch eine feine Bestätigung, nicht wahr? Und da ich Amazon als den wichtigsten Händler sehe, Amazon das Veröffentlichen eines Ebooks recht einfach ermöglicht und selbst ein Taschenbuch via „Print on Demand“ machbar ist, habe ich mich dafür entschieden. Vielleicht erscheint das Buch irgendwann auch woanders, Google Play ist bspw. ebenso einfach wie Amazon. Aber das wird sich zeigen, denn bleibt es bei besagtem Einzelexemplar, das erfolgreich über den Ladentisch geht, sind andere Verkaufswege ohnehin obsolet.

Und deshalb ist es so, dass ich mein Buch im Selbstverlag veröffentliche. Und das über Amazon tue. Das muss nicht jedem gefallen, lediglich mir. Soviel Egoismus sei mir erlaubt. Was natürlich nicht heißt, das ich nicht offen dafür wäre, wenn mir jetzt die großen Verlage und Filmgesellschaften die Bude einrennen…  😉

* Einen dieser Dienste habe ich im Vorfeld zur Veröffentlichung auch genutzt. In diesem Fall ging es darum, für die Familie ein paar Druckexemplare zu beschaffen. Versprochen waren 8 bis 10 Tage, nach 3 Wochen war immer noch nichts fertig. Das einzige was wirklich funktionierte, war die obligatorische Bettelemail, man möge doch den „tollen Service“ bewerten. Die kam übrigens ganz pünktlich nach 10 Tagen. Auf telefonische Nachfrage konnte man mir nichts weiter sagen und bat mich, nachmittags eine Mail schreiben und den Stand abzufragen. Das ginge schneller. Das tat ich auch, aber es ging nicht schneller. Es kam nämlich überhaupt keine Antwort. Also rief ich tags darauf noch einmal an, nur um zu erfahren, das ich nichts erfahren könne. Tja, und gut eine Stunde später kam dann das hier per Mail:

…aufgrund eines Datenübertragungsfehlers wurde Ihre Bestellung nicht an unsere Druckerei übermittelt. Dieser Fehler ist uns leider nicht aufgefallen, sonst hätten wir Sie natürlich umgehend informiert. Ihre bestehende Bestellung mussten wir nun stornieren. Wir werden Ihre Rechnung gutschreiben und die Kosten über die von Ihnen gewählte Zahlungsart zurückerstatten. Natürlich können Sie Ihr Werk jederzeit neu bestellen…

Somit hat sich dieser Dienst dann gleich mal selbst disqualifiziert. Aber mit Anlauf…